Mit Großbränden haben die Freiwilligen Feuerwehren im Bundesland Salzburg immer öfter zu kämpfen. So auch im Bezirk Flachgau, wo die Anzahl der Brandeinsätze für die Florianis im Jahr 2024 auf insgesamt 363 anstieg. Aus diesem Grund sind Übungen unter realen Bedingungen für den täglichen Übungsbetrieb der Freiwilligen Feuerwehren notwendig. „Brand eines landwirtschaftlichen Objekts beim Anderlbauer!“ – so lautete die Übungsannahme am Dienstag, dem 1. April 2025, in der Stadtgemeinde Oberndorf. Mehrere Personen wurden vermisst, zahlreiche Rinder waren noch im Stallgebäude eingeschlossen. Daraufhin alarmierte die Bezirks- Alarm und Warnzentrale (BAWZ) des Bezirks Flachgau die Freiwillige Feuerwehr Oberndorf. Nach dem Eintreffen der ersten Kräfte wurde aufgrund der enormen Rauchentwicklung und der drohenden Brandausbreitung auf die beiden Wohngebäude unmittelbar durch den Übungsleiter auf Alarmstufe 2 erhöht. Dadurch wurden auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Laufen (benachbartes Bayern) sowie die Freiwillige Feuerwehr Göming zum Brandobjekt beordert.
ERHÖHUNG AUF ALARMSTUFE 4 IN OBERNDORF
Da zahlreiche Atemschutzgeräteträger benötigt wurden und die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Flammen auf die benachbarten Maschinenhallen bestand, entschied die Übungsleitung Oberndorf, auf Alarmstufe 4 zu erhöhen. Weitere Feuerwehren aus den Gemeinden Bürmoos, Lamprechtshausen, Nußdorf, Arnsdorf, Bergheim, Eching, Anthering und St. Georgen aus dem Abschnitt 1 rückten laut Alarm- und Ausrückeordnung in Richtung Oberndorf aus.
Mehrere Atemschutzgeräteträger waren notwendig, um die vermissten Personen aus dem teils brennenden Stallgebäude zu retten. So galt es eine Person aus der Höhe vom Heukran zu retten, eine abgestürzte Person aus der Belüftungsbox aus der Tiefe, sowie eine eingeklemmte Person unter Strohballen zu retten. In den Maschinenhallen musste unter Nullsicht vermisste Personen, die teils unter landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen eingeklemmt waren, gerettet werden. Die Übungsorganisation wurde in engerAbstimmung gemeinsam mit den Kameraden des Einsatzleitfahrzeuges Flachgau sowie mit dem Kommandofahrzeug Oberndorf durchgeführt. Zur Unterstützung aus der Luft kontrollierte die Drohne Flachgau das brennende Objekt auf weitere Glutnester, um die Löschmaßnahmen gezielt und effizient einsetzen zu können und die Lageführung zu unterstützen. Ein unter Schock davongelaufener Anwohner des Bauernhofes konnte von der Drohnengruppe ebenso erfolgreich lokalisiert werden. Um die Wasserversorgung sicherzustellen, wurden mehrere Zubringerleitungen mit einer Gesamtlänge von zwei Kilometern von den nahegelegenen Hydranten sowie Löschwasserteichen in Richtung Brandobjekt verlegt.
BRAND AUS – ÜBUNGSENDE
Nach rund 180 Minuten konnte der Übungsleiter der Freiwilligen Feuerwehr Oberndorf „Brand aus“ geben. Eine Besonderheit dieser Übung war, dass das Übungsobjekt über einen großen Hackschnitzelbunker sowie eine Photovoltaikanlage mit 28 kWp und einen 44 kWh Speicher verfügte.
Alle dreizehn vermissten Personen konnten durch die Freiwilligen Feuerwehren gerettet und dem Roten Kreuz zur weiteren Behandlung übergeben werden.
Ein großer Dank gilt allen beteiligten Blaulichtorganisationen für den reibungslosen Übungsverlauf sowie den Hausbewohnern des Anderlbauern, die ihr landwirtschaftliches Objekt zur Verfügung gestellt hatten. Ein besonderer Dank geht zudem an die Kameraden aus dem benachbarten Bayern, das Rote Kreuz sowie die Polizei für die enge Zusammenarbeit.
Abschnittsfeuerwehrkommandant BR Andreas Pitter und Ortsfeuerwehrkommandant HBI Alexander Traintinger sind sich einig, dass durch die Durchführung solch großangelegter Übungen die Einsatzkräfte bestmöglich für den Ernstfall gerüstet sind.
Daten der Einsatzkräfte:
Freiwillige Feuerwehr Oberndorf
Freiwillige Feuerwehr Göming
Freiwillige Feuerwehr Laufen (D)
Freiwillige Feuerwehr Bürmoos
Freiwillige Feuerwehr Lamprechtshausen mit LZ Arnsdorf
Freiwillige Feuerwehr Nussdorf
Freiwillige Feuerwehr Bergheim
Freiwillige Feuerwehr St. Georgen mit LZ Eching
Freiwillige Feuerwehr Anthering
Einsatzleitfahrzeug aus dem Bezirk Flachgau
Drohnengruppe aus dem Bezirk Flachgau
Abschnittsfeuerwehrkommandant Abschnitt 1
Bezirks- Alarm und Warnzentrale Bezirk Flachgau
Bezirkssachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit
Rotes Kreuz
Polizei
Gesamt waren rund 270 Personen mit 30 Fahrzeugen an der Übung in der Stadtgemeinde Oberndorf beteiligt.als Bezirkssachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit für den Bezirk Flachgau jederzeit zur Verfügung!
OVI Manuel Hasenschwandtner